19.02.2009, 14:46 Uhr | pat (Spiegel Online)
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SMS-Dienste sollen Twitter rentabel machen. (Foto: imago)In der seltsamen Welt des Mikrobloggingdienstes Twitter waren Nordamerikaner bisher ein bisschen gleicher als der Rest der Welt: Sie empfingen ihre News-Häppchen auch per SMS. Das geht nun auch in Europa - als werbefinanziertes Angebot.
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Was der Anbieter Twe2 dem Angebot voraus hat, auf dem er Huckepack fährt, ist vor allem eines: ein Geschäftsmodell. Denn bisher nutzen Schätzungen zufolge zwar rund sechs Millionen Menschen weltweit den Dienst Twitter, Einkünfte erzielt das Unternehmen daraus aber nicht. Es wird nichts bezahlt, Werbung gibt es auch nicht, der Geldbedarf wird bisher aus Risikokapital-Investments bestritten. Irgendwann soll irgendwie die wachsende Popularität des Dienstes in Umsatz verwandelt werden.
Wie das theoretisch möglich wäre, zeigt ab sofort der Dienst Twe2. Der bietet auch Twitter-Nutzern außerhalb der USA nun einen SMS-Weiterleitungsservice. Refinanziert werden soll dieser durch Werbebotschaften, die an die Twitter-Nachrichten angehängt werden - das Handy wird so zum Empfangsgerät für SMS-Werbung. Damit das funktioniert, muss man Twe2 ganz nebenbei nicht nur seine Twitter-ID und seine Telefonnummer übergeben, sondern auch sein Twitter-Passwort.
Die Betreiber versprechen, damit keinen Schindluder treiben zu wollen, was zumindest zeigefreudige Nutzer, die in Sachen Datenschutz weitgehend schmerzfrei sind, beruhigen mag.
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Die technische Infrastruktur hinter Twe2 ist nicht ohne. Genutzt werden die Server des britischen Hosters melbourne und die SMS-Schnittstellen des Gratis-SMS-Anbieters Wadja. Im Grunde passiert also nicht mehr, als dass Twe2 eine Schnittstelle zwischen dem Wadja-Dienst und Twitter etabliert: Mit dem Zugang zu den Twitter-Accounts der angemeldeten Nutzer lassen sich die dort einlaufenden Nachrichten an Wadja durchreichen und "versimsen".
Dabei haben sich die Betreiber eine Menge vorgenommen. Nicht nur Deutschland und der Rest Europas steht auf der Liste der bereits versorgten Länder, sondern zahlreiche weitere in Asien, der Karibik, Südamerika und Afrika. Das sieht schon ziemlich vollständig aus, soll aber fortlaufend erweitert werden. Schon jetzt finden sich dort Natiönchen, die mehr Buchstaben im Namen als Twitter-Nutzer haben dürften.
Wie auch immer: In Europa dürfte der Service die Attraktivität des Twitter-Dienstes erheblich steigern. Wenn es funktioniert, verdient, wenn schon nicht Twitter selbst, zumindest jemand anderes einmal ein wenig Geld damit.
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Quelle: Spiegel Online
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