28.09.2009, 11:39 Uhr
Das "Touch Wood" in Nierenform ist auf der ITU Telecom World in Genf zu sehen. (Foto: Hersteller)Die Idee umweltfreundlicher Geräte erreicht den Handymarkt: Der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo hat zwei Prototypen angekündigt, deren Schale aus überschüssigen Beständen der Forstwirtschaft hergestellt wird. Die Modelle sollen unter dem Namen "Touch Wood" bereits im Oktober auf der ITU Telecom World in Genf (5.-9.10.) und zeitgleich in Japan auf der CEATEC Japan (6.-10.10.) der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
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Herkömmliches Naturholz ist wegen seines schnellen Verschleißes als Material für das Gehäuse eines Handys den klassischen Materialien Plastik oder Aluminium eigentlich unterlegen. NTT DoCoMo setzt daher ein von Olympus entwickeltes dreidimensionales Formungsverfahren ein, bei dem das besonders widerstandsfähige Holz von Zypressen unter hohem Druck verdichtet wird. Die Schale soll im Resultat widerstandsfähig gegen Wasser, Insekten und Schimmel sein. Der Hersteller verzichtet darüber hinaus auf die Verwendung künstlicher Farbstoffe oder Lacke, die einzigartige Holzmaserung bleibt erhalten und schimmert an der Oberfläche, die durch das spezielle Herstellungsverfahren einen besonderen Glanz erhält. Laut Hersteller verströmt die Schale sogar ein leichtes Zypressenaroma.
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Der auf einem SH-04A basierende Prototyp wird voraussichtlich nur auf der CEATEC vorgestellt. (Foto: Hersteller)
Es kommt aber noch besser: Nicht ein einziger Baum fällt der Herstellung zum Opfer. Vielmehr nutzt das Unternehmen Holz aus Zypressenwäldern, das beim forstwirtschaftlich notwendigen Ausdünnen der Bestände ohnehin anfällt und bisher laut NTT DoCoMo kaum kommerziell verwertet wurde. Derzeit wird ausschließlich Holz aus einem Waldgebiet genutzt, das von der Wiederaufforstungsorganisation "More Trees" bewirtschaftet wird.
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Die Idee ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn im Inneren der "Touch Wood"-Modelle nach wie vor Materialien zum Einsatz kommen, die die Umwelt belasten - die finden sich schließlich auch in Handys mit Kunststoffschalen. Greenpeace hat die Prototypen zunächst jedenfalls begrüßt und der Mobilfunkanbieter hat auf jeden Fall bewiesen, dass der Einsatz natürlicher Materialien beim Handy-Design durchaus schick und edel wirken kann. Birkenstockträger und urbane Lifestyle-Fanatiker müssen sich aber leider noch gedulden, ob und wann das Holz-Handy in Serie geht, hat das Unternehmen bisher offen gelassen. Da der Konzern auf dem Weltmarkt jedoch nicht ganz unbedeutend ist, kann man die Studie sicherlich ernst nehmen.
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