01.10.2010, 15:17 Uhr | dpa, AFP
Razzia wegen Telefonabzocke führt zu fünf Festnahmen. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Bei einer europaweiten Razzia wegen Telefonabzocke sind fünf Verdächtige festgenommen worden. Die Täter sollen mit teuren 0900er-Nummern mehrere Millionen Euro abgezockt und sich somit einen "sehr aufwendigen Lebensunterhalt" finanziert haben. Geschnappt wurden die Gewinnspiel-Betrüger in einem beliebten Urlaubsziel der Deutschen.
Staatenübergreifende Razzia wegen Telefonabzocke: Fahnder haben in Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Spanien 33 Gebäude durchsucht und fünf Verdächtige festgenommen. Eine 38 Jahre alte Frau und ihre vier Komplizen stehen im Verdacht, Anrufer mit Gewinnversprechen geködert und ihnen dann mit Hilfe von 0900er-Telefonnummern und teuren Gesprächseinheiten etwa 7,5 Millionen Euro abgeknöpft zu haben. Vier der fünf Verdächtigen wurden im spanischen Palma de Mallorca festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Polizei Offenburg am Freitag mitteilten. Die fünf vermeintlichen Betrüger- ein Österreicher und vier Deutsche - kamen in Untersuchungshaft.
Nach Darstellung der Ermittler waren den Geschädigten über ein Firmengeflecht in mehreren Ländern schriftlich oder telefonisch Gewinne versprochen worden. Um an das Geld zu kommen, sollten sie eine 0900er-Nummer wählen, bei der der Gesprächspreis pro Minute mit 2,99 Euro zu Buche schlug. War der Kontakt hergestellt, setzten die mutmaßlichen Abzocker auf Zeit. "Den Beschuldigten kam es alleine darauf an, dieses Gespräch in die Länge zu ziehen und damit hohe Gebühren zu erzielen", hieß es in der Mitteilung. Die versprochenen Gewinne wurden nicht ausbezahlt. Mit dem Geld sollen einige der teils einschlägig vorbestraften Verdächtigen einen "sehr aufwendigen Lebensunterhalt" finanziert haben, so die Ermittler.
Mit Finanzermittlungen und verdeckten kriminaltechnischen Maßnahmen in mehreren europäischen Staaten kamen die Fahnder der mutmaßlichen Tätergruppe auf die Schliche. Nachdem sie Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt hatten, nahmen am Dienstag und Donnerstag dieser Woche rund 200 Polizeibeamte und zwei Staatsanwälte Firmen, Privatwohnungen und eine Rechtsanwaltskanzlei unter die Lupe. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Von den Durchsuchungen waren laut Staatsanwaltschaft schwerpunktmäßig Firmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen betroffen. Zur Zahl der Geschädigten machte die Behörde zunächst keine Angaben.
Im Zusammenhang mit der europaweiten Razzia schaltete die Bundesnetzagentur reihenweise teure 0900-Nummern ab. 26 bereits geschaltete 0900-Verbindungen seien gekappt und ein Verbot für weitere 18 Nummern ausgesprochen worden, die noch nicht aktiv gewesen seien. Zudem sei den insgesamt sieben Unternehmen verboten worden, den Verbrauchern noch fällige Gebühren in Rechnung zu stellen. Die Netzagentur ist in diesem Jahr bereits mehrfach gegen Telefonbetrüger vorgegangen. Trickbetrüger versuchen immer häufiger, über das Telefon Geld von Verbrauchern zu ergaunern. Gängige Masche sind Lockanrufe durch Sprachcomputer, bei denen Verbrauchern Gewinne in Aussicht gestellt werden. Die Verbraucher werden dann von den Computern aufgefordert, unter einer teuren 0900-Nummer anzurufen, um Details zu ihrem Gewinn zu erfahren. Dort warten jedoch in aller Regel nur Warteschleifen, und die Verbraucher erhalten anstatt eines Gewinns lediglich eine hohe Telefonrechnung. Wie sich Verbraucher vor teuren Rückruf-Fallen, Telefonwerbung, SMS-Abzocke und Abofallen schützen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber Die miesen Tricks der Telefonabzocker.
Quelle: AFP , dpa
Internet schrieb:
am 30. November 2010 um 18:03:40
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leichter Geld machen ?
Das Internet ist vergleichbar mit einem See voller Fische ! Egal wo man hereingreift, man hat immer die Hände voll !
Früher wurden Omas überfallen, heute werden Kreditkartendaten abgefangen und und ....... das Geld liegt quasi auf der Straße, auf der Highwaystraße des WWW ! denkt mal drüber nach !
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berri schrieb:
am 13. Oktober 2010 um 11:06:37
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telefonabzocke
warum brauchen telefon-internetabzocker keine einzugsermächtigung die ich mit meiner unterschrift erteilen habe?
bei jedem
kauf, muß ich auch bei einem seriösen unternehmen meine bankdaten mitteilen. bin ich dann auch sicher daß meine bankverbindindung nicht in falsche hände gerät?
d.h. kein geschäft ohne meine einwilligung. gruß an die gummigesetze.
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Heinrich schrieb:
am 12. Oktober 2010 um 13:41:19
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CK
Das ist nicht Dein Ernst, oder? Allerspätestens seit der völkerrechtlichen Anerkennung von Deutschland und Österreich als jeweils
souveräne Staaten. Das ist auch der Grund, warum die Ösis einen eigenen Bundespräsidenten haben, die Bayern und die Sachsen aber nicht.
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