11.10.2010, 11:34 Uhr | JHO
Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor dem Brandenburger Tor. Im Kameradisplay des Handys erscheint sofort alles um die Geschichte des Gebäudes - und auch gleich Informationen zum nächstliegenden Souvenirshop. Was wie Science Fiction klingt treiben Google& Co. unter Hochdruck in ihren Entwicklungslaboren voran. “Augmented Reality” (AR) heißt die unglaubliche Technologie. Wir sagen Ihnen, was hinter AR genau steckt und wie die Technologie unseren Alltag verändern könnte. Wenn Sie bereits heute AR ausprobieren wollen, klicken Sie sich einfach durch die Foto-Show mit den besten Smartphone-Programmen.
Hinter “Augmented Reality” (erweiterte Realität”) versteckt sich ein spannendes Prinzip: Während man mit der integrierten Handy-Kamera ein bestimmtes Objekt auf das Display holt, blendet die entsprechende AR-Anwendung Informationen in Echtzeit in das Livebild ein. Die Technik erinnert dabei ein wenig an die Head-Up-Displays aus den Kampfjets im Hollywood-Klassiker "Top Gun". Der Unterschied ist, dass die Informationen auf dem Handy-Display eher die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten oder Transportmittel zeigen. Wer “Augmented Reality” nutzen will, braucht ein Smartphone mit GPS-Empfänger zur exakten Ortsbestimmung, einen digitaler Kompass sowie einen Beschleunigungssensor zur Ermittlung der genauen Blickrichtung
Die mit einem GPS-Smartphone ermittelten, ortsgebundenen Daten stammen bei vielen AR-Anwendungen aus dem Online-Lexikon Wikipedia. Aber auch in der Umgebung geschossene Flickr-Fotos oder gepostete Nachrichten auf Twitter können je nach AR-Anwendung auf dem Smartphone-Display angezeigt werden. Zuvor muss man sich lediglich eine passende AR-App auf das Smartphone laden - zum Beispiel die von Google.
Google setzt bei seiner Suche auf iPhones und Android-Handys jetzt auch auf das “Augmented Reality”-Prinzip: So erweitert der Internetriese die Suchmaschinenfunktion mithilfe von "Goggles" grundlegend: Schnappschüsse von Logos, Büchern, Sehenswürdigkeiten oder auch Barcodes werden mit "Goggles" an den Google-Server geschickt. Innerhalb von Sekunden erhält der Nutzer darauf passende Suchergebnisse im Kameradisplay, beispielsweise zu einem fotografierten Gemälde. Zudem erkennt die Anwendung bestimmte Orte - wie etwa den Eifelturm - sobald man mit die Handy-Kamera in Richtung des Wahrzeichens hält. Doch die Anwendung kann noch mehr. So kann “Goggles” bereits Personen auf der Straße per Schnappschuss identifizieren. Mit Rücksicht auf Datenschutzbedenken ist diese Funktion noch nicht aktiviert. Jedoch ist es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Google grünes Licht gibt.
Die Gesichtserkennung zeigt, welches Potenzial die neue Technologie besitzt. Jedoch birgt “Augmented Reality” auch Risiken. Diplom-Designer Michael Zöllner vom Fraunhofer Institut für Grafische Datenverarbeitung in Darmstadt, Abteilung “Virtuelle und erweiterte Realität”, sieht die Gesichtserkennung sehr problematisch: “Wir werden hier spannende Diskussionen erleben, die weit über die aktuellen Facebook- und Google-Themen hinausgehen werden. Deshalb ist es wichtig, dass Entwickler sich selbst einen Verhaltenskodex auferlegen.” Ob jedoch hier ein einfacher Kodex genügt, um die Privatsphäre jedes Einzelnen zu schützen, bleibt abzuwarten.
“Augmented Reality” gilt zurzeit als digitaler Hype und als Spielwiese für Entwickler. "Es wird in Zukunft im Bereich AR noch viel passieren, " findet Zöller. Dafür spricht zum einen die technische Entwicklung, die immer mehr Rechenleistung auf Smartphones bringt. Die mobilen Begleiter werden dank kommendem Breitband-Mobilfunkstandard LTE außerdem rasendschnell mit riesigen Datenmengen versorgt werden können - perfekt für alle AR-Anwendungen. Zum anderen hat jeder den Wunsch, mehr zu wissen als durch bloße Sinneswahrnehmung zu erkennen ist. Immer dann werden passende Informationen zur Verfügung stehen und “Augmented Reality” dann wohl fester Bestandteil aller Smartphone-Betriebssysteme sein.
Quelle: t-online.de
Der Datenschutzbeauftragte schrieb:
am 3. November 2010 um 11:03:11
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Oh, oh
Die Datenkrake läßt grüßen...
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