19.07.2010, 09:46 Uhr | dpa
Pflicht für Glonass: Handys von Nokia in Russland bald reif für die Tonne? (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Mit einer strikten Regelung will Russland seinen GPS-Konkurrenten Glonass durchsetzen und erpresst dabei ausländische Handy-Hersteller. Rüsten Unternehmen wie Nokia und Motorola ihre Handys nicht auf Glonass um, droht ihnen ein Einfuhrstopp in Russland. Experten befürchten eine Preisexplosion bei Smartphones.
Russland droht ausländischen Herstellern von Handys und Navigationsgeräten mit einem Einfuhrverbot, sollten sie auf ihren Produkten nicht das russische Ortungssystem Glonass installieren. Er habe dies bereits Firmen wie Nokia, Siemens und Motorola angekündigt, sagte der Chef des zuständigen Mischkonzerns AFK Sistema, Wladimir Jewtuschenkow. "Sie verstehen, dass wir den Markt für Geräte ohne Glonass-Chip ohnehin schließen." Die Vorschrift gelte auch für Smartphones wie das iPhone. Das satellitengestützte Glonass gilt als Konkurrenzprodukt zum amerikanischen GPS-System. Europäische Firmen arbeiten derzeit an einem eigenen Navigationssystem namens Galileo.
Der Chef des Glonass-Betreibers NIS, Alexander Gurko, bestätigte laufende Verhandlungen mit den internationalen Firmen. Das berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung Wedomosti am Wochenende auf ihrer Internetseite. Nach Angaben Jewtuschenkows forderten die Unternehmen eine gesetzliche Grundlage für den Schritt. Regierungschef Wladimir Putin begrüßte die Vorschrift. "Es ist gut, wenn unsere Partner verstehen, dass wir unsere nationalen Interessen schützen", sagte der frühere Geheimdienstboss bei einem Treffen mit Sistema-Chef Jewtuschenkow.
Experten vermuten, dass Russland die Hersteller zur Teilverlagerung ihrer Produktion von Handys und Navigationsgeräten ins Riesenreich zwingen will. Zudem gibt es Befürchtungen, Russland könne das System zum Ausspähen von Regierungsgegnern einsetzen. Erst am Freitag hatte die Staatsduma trotz Protesten von Bürgerrechtlern und Oppositionellen einem Gesetz zugestimmt, das die Befugnisse des Inlandsgeheimdiensts FSB deutlich ausweitet.
Befürchtet wird auch, dass ein Verbot von Geräten ohne Glonass-Chip höhere Preise für Smartphones zur Folge hätte sowie den Schwarzmarkt fördern würde. Es sei unvorstellbar, dass etwa Apple sein iPhone oder iPad eigens für den russischen Markt mit Glonass ausstattet, hieß es. Glonass sollte ursprünglich bereits von Ende 2007 an landesweit genutzt werden. Jedoch hatten technische Probleme dies immer wieder verzögert. Das System soll künftig sowohl militärischen als auch zivilen Zwecken dienen.
Quelle: dpa
DerGerechte schrieb:
am 27. Juli 2010 um 08:50:40
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Trommeln oder Brieftauben
Ich würde die Russen einfach boykottieren und gar kein Handy ins Land schicken. Die sollen doch Trommeln oder Brieftauben züchten.
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Dietmar schrieb:
am 21. Juli 2010 um 09:48:41
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Genau Westen=Heuschrecke
Wer erpresst hier wen. Haben andere Entwickler die Klappe zu halten wenn der westliche Heuschreckenkapitalismus
Konkurenz bekommt. Es ist ein selbstverständliches Recht der Russen so zu handeln. So wie ich Russland kenne werden in den nächsten Jahren noch einige Dinge passieren die alteingesessens Grosskonzerne des Westens vor Tatsachen stellen die sie selbst geschaffen haben. Denk es ist Zeit auch füe die letzten Kleingeister das "böse Russen" denken endlich abzulegen.
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Rinke schrieb:
am 21. Juli 2010 um 01:26:34
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Westen = Heuschrecke
Was glaubt Ihr eigentlich wem der größere Anteil der deutschen Telefonleitung gehört. Ich möchte selbst mal gerne
wissen, wie viel davon noch in deutsche Hand ist. Selbst die Scheichs haben schon gerochen, dass das Öl mal ein Ende hat und sich auf dem Weltmarkt gut eingekauft.....MB, BMW.
Wenn ich Russe wäre, würde ich es genau so machen. Die Westliche Industrie ist wie eine Heuschrecke! Sie fallen in dein Land ein und wollen den Markt nach Ihren Regeln bedienen.
Demokratie kann schädlich sein.
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