Das Siegertreppchen der Outdoor-Handys. (Foto: Samsung, Sony Ericsson)Sie sind klobig, unelegant und schwer: Im Vergleich zu aktuellen High-Tech-Smartphones wirken Outdoor-Handys wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Ihre Ausstattung geht nicht über das Nötigste hinaus, ihr Display ist oft nicht größer als eine Briefmarke. Und doch gibt es sie noch, diese gummiummantelten Ziegelsteine mit Telefon-Funktion. Wer sein Leben auch mal jenseits klimatisierter Büroräume verbringt, der ist womöglich dankbar dafür. Denn ob Baustellenstaub, eisige Kälte im Hochgebirge oder salzhaltiges Spritzwasser - diese Geräte stecken alles weg. Zumindest wenn man dem Hersteller Glauben schenken darf. Die Fachzeitschrift "Connect" hat jetzt fünf dieser Macho-Handys gegeneinander antreten lassen - mit einem überraschenden Ergebnis.
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Panzerhandy kommt nicht gut an
Denn nicht das härteste Handy macht in diesem Fall das Rennen, sondern das mit dem besten Gesamtpaket aus Ausstattung, Handhabung und Telefoniereigenschaften. Die Outdoor-Tauglichkeit selbst spielte jedoch keine Rolle. So kommt das "Panzerhandy" Sonim XP3 Enduro - vom Hersteller vollmundig als das "härteste Handy der Welt" beworben - nur auf den letzten Platz. Die Funktionen des vom Militär zertifizierten Handy-Rambos sind einfach zu wenig, um mit der Konkurrenz aus Fernost mithalten zu können. Dafür überflügelt das XP3 seine Konkurrenten bei der Akku-Leistung im Längen - 100 von 100 möglichen Punkten. Klar, wer da in der Wildnis das Rennen macht, oder?
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Der Testsieger B2700. (Foto: Samsung)
Smarter Allrounder räumt ab
Testsieger im Connect-Vergleich mit 404 Punkten ist das Samsung B2700. Das Gerät ist für ein Outdoor-Handy erstaunlich gut ausgestattet: Neben einem Kompass befinden sich auch ein Höhenmesser und ein Schrittzähler an Bord. Eine kleine LED an der Oberseite dient als Taschenlampe. Dazu kommt noch eine 2-Megapixelkamera, ein UKW-Radio, erweiterbarer Speicher und sogar UMTS-Unterstützung. Lediglich ein GPS-Empfänger fehlt bei dem Handy - angesichts des Preises von ca. 270 Euro lässt sich dieser Verlust jedoch verschmerzen. Mit 122 Punkten belegt das B2700 in der Kategorie "Ausstattung" jedenfalls den zweiten Platz. Die Handhabung beurteilen die Tester mit 117 Punkten ebenfalls positiv.
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Weniger Funktionen, dafür mehr Ausdauer: Das B2100. (Foto: Samsung)
Das Sparhandy
Den zweiten Platz belegt das Geschwistermodell - das B2100 von Samsung. Mit 170 Euro ist das Gerät das zweigünstigste im Test - was sich natürlich auch bei der Ausstattung niederschlägt. Das Display beurteilen die Tester ironisch als "sehr rustikal", UMTS wird nicht geboten. Immerhin hat das Handy eine umfangreiche Entertainment-Ausstattung an Bord. So bietet es neben einem Slot für Speicherkarten einen vollwertigen Musikplayer, UKW-Radio und eine 1,3-Megapixelkamera. Mit der IP57-Zertifizierung ist es zudem sogar eine Klasse stabiler als sein "großer Bruder". Zudem hält sein Akku noch etwas länger durch.
Das Sony Ericsson C702 bietet Kamerafunktionen satt. (Foto: Sony Ericsson)
Cybershot-Technologie im robusten Gehäuse
Auf den dritten Platz schafft es ein Kamerahandy von Sony Ericsson. Das C702 verfügt mit Abstand über die umfangreichste Ausstattung aller getesteten Geräte. 127 Punkte sahnt das Handy in dieser Kategorie ab. Auch beim C702 ist der Speicher erweiterbar, ein Musikplayer ist ebenfalls an Bord. Besondere Beachtung verdient die Kamera: Deren Auflösung beträgt stolze 3,2 Megapixel und bietet diverse Features von Sonys Cybershot-Kameras. Dazu kommt noch ein GPS-Empfänger, eine Navigationssoftware und sogar ein Tracking-Programm, mit dem man zurückgelegte Strecken analysieren kann. Allzu hart darf man das C702 jedoch trotz seiner IP54-Zertifizierung nicht rannehmen: Laut "Connect" macht das Handy von allen getesteten Geräten den instabilsten Eindruck. #
Einfacher als beim SGH-M110 geht es kaum. (Foto: Samsung)
Simple aber gut
Das mit 159 Euro günstigste Handy im Vergleich schafft immerhin noch den vorletzten Platz. Mit einer 0,3-Megapixelkamera und einem UKW-Radio beschränkt sich das Samsung SGH-M110 in Sachen Ausstattung auf das absolute Minimum. UMTS-Unterstützung, Speichererweiterung oder ähnlicher Zivilisations-Schnickschnack bleibt außen vor. Für die sagenhafte Standby-Zeit von 18 Tagen muss man ein recht antiquiertes 128x128 Display hinnehmen. Dafür bietet das SGH-M110 eine LED-Taschenlampe und eine Karabiner-Öse.
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Gilt das das "härteste Handy der Welt": Das Sonim XP3 Enduro. (Foto: Sonim)
Das Humvee unter den Handys
Keine Extras, ein extrem klobiges Design und die MIL-810F-Zertifizierung des US-Militärs: Das Sonim XP3 Enduro ist das Handy-Pendant zu den Humvee-Jeeps der amerikanischen Streitkräfte. Doch genau wie das extreme Militärfahrzeug ist das auch Sonim XP3 nur für eine wirklich kleine Zielgruppe interessant. Außer einer LED-Taschenlampe und einem Gürtelhalter sind hier Extras Fehlanzeige. Dafür trotzt das Gerät Temperaturen zwischen -20 und +60 Grad und anderen fiesen Umwelteinflüssen. Der Hersteller ist davon so überzeugt, dass er zum Marktstart Testgeräte in alle Welt verschickte, mit der Aufforderung, diese zu zerstören. Dabei überstand das Gerät sogar den Beschuss mit einer 9mm-Pistole. Dazu kommt noch eine Standby-Zeit von fast einem Monat! Auf dem Schlachtfeld würde das XP3 Enduro mit Sicherheit am längsten durchhalten. Im mitteleuropäischen Raum darf es dann aber doch ein wenig mehr Komfort sein. # Das neue Panzer-Handy XP3