Viel Lob für das Display: Das Motorola Milestone im Test
04.12.2009, 12:15 Uhr
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Das brillantes Display des Milestone sorgt für Begeisterung. (Foto: Motorola)Der Bildschirm ist dagegen ohne wenn und aber ein Hit. Mit 854 x 480 Bildpunkten Auflösung bietet er eine weit höhere Auflösung als die meisten anderen Smartphones, zeigt dabei erfreulich kräftige Farben und Kontraste an. Im normalen Telefon-Alltag hat man davon freilich nichts, denn Bildschirmhintergrund und Telefonie-Menü würden wohl auch mit geringerer Auflösung nicht schlechter aussehen. Sobald man aber die erste E-Mail darauf liest, gehen einem die Augen auf: Sagenhafte 30 Zeilen Text passen da im Hochformat auf dem Bildschirm - und sind dabei noch gut lesbar. Zum Vergleich: Das E-Mail-Programm des iPhone bringt es nur auf 19 Zeilen.
Mindestens ebenso drastisch macht sich die hohe Auflösung bei Videos bemerkbar. Vor allem HD-Filme, wie das berühmte "Bohemian Rhapsody"-Video der Muppets, kommen darauf richtig gut zur Geltung. Einziger Nachteil: Sobald die Qualität von Filmen und Bildern nachlässt, bekommt man das auf dem Display entsprechend stark zu spüren. Nach gutem Material zu suchen, lohnt sich umso mehr.
In krassem Gegensatz zu robusten Hülle ist die Software des Milestone elegant und leicht. Als erstes Mobiltelefon überhaupt ist das neue Motorola-Handy mit der neuen Google-Software Android 2.0 ausgestattet. Auf den ersten Blick unterscheidet sich diese neue Android-Version nicht deutlich von ihrem Vorgänger, aber eben nur auf den ersten. Neu hinzugekommen und verbessert wurden etliche Details. Eines der wichtigsten: Man kann jetzt mehrere Google-Accounts auf einem solchen Handy anlegen, vorher war man auf einen beschränkt. Und Business-User können jetzt auch Exchange-Accounts einrichten, also ihre Firmen-Mails abfragen.
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Dank Android 2.0 lässt sich das Milestone auch sehr einfach erweitern. (Foto: Motorola)
Gestensteuerung fast wie beim iPhone
Überdies wurde der Webbrowser deutlich verbessert, beherrscht jetzt den HTML-5-Standard. Beim Milestone kann man beim Websurfen sogar Gesten verwenden, die denen des iPhone ganz ähnlich sind, also etwa einen Text per Fingerzeig auf die Bildschirmbreite vergrößern oder Bilder mit Zweifingergeste vergrößern und verkleinern. Den Droids in den USA sind diesen Fähigkeiten verschlossen geblieben. Möglicherweise aus Furcht vor Apples Rechtsabteilung, doch das ist nur ein Gerücht.
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Endlich direkte Verbindung zum PC möglich
Neu ist auf jeden Fall, dass es Handy-Herstellern jetzt ermöglicht wird, Android-Handys direkt mit einem PC zu verbinden. Bisher wurde der gesamte Datenabgleich mit der Geräten via Web erledigt. Beim Milestone dagegen lässt sich via USB oder W-Lan eine Verbindung zum Computer aufbauen. Man kann dann Bilder, Videos, Musik, Adressdaten und sogar die History des Browsers am Rechner einsehen und verändern. Da man dafür keine Software installieren muss, sondern den Webbrowser des PC verwendet, funktioniert das auch unabhängig vom Betriebsystem des Computers.
Bei Motorola kann man sich endlich mal wieder zufrieden auf die Schultern klopfen. Nachdem das Unternehmen in den letzten Jahren eigentlich kaum nennenswerte Handys auf den Markt gebracht hat, entwickelt sich das Droid, alias Milestone, zum Kassenknüller. Und das zu Recht. Denn bis auf das etwas kantige Design haben die Entwickler hier einfach so ziemlich alles richtig gemacht. Die Software ist prima, lässt sich per Android-Market erweitern und es sind alle heutzutage wichtigen Funktionen und Techniken eingebaut. Dabei würde schon der großartige Bildschirm als Kaufargument ausreichen. Der Neustart jedenfalls ist dem US-Konzern - dank Software-Schützenhilfe von Google - gelungen. Man darf gespannt sein, ob Motorola Kurs hält.