HTC Legend soll besser als das iPhone sein. (Quelle Areamobile)
Das Legend ist schwächer ausgestattet als der Android-König HTC Desire, kostet mit 460 Euro (UVP) aber nur 40 Euro weniger. Der scheinbare Preis-Irrsinn wird sofort aufgeklärt, wenn man das Legend sieht. Sein elegantes Design und die einzigartige Fertigungsmethode machen deutlich, dass Technik bei diesem Smartphone nicht im Vordergrund steht. Areamobile konnte das Legend bereits ausprobieren und stellt das Gerät in einem Hands-On-Test vor.
Der Nachfolger des erfolgreichen HTC Hero besteht nicht mehr aus Kunststoff, sondern wurde aus einem massiven Aluminium-Block gefräst. An dem Gerät gibt es weder Spalte, noch Schrauben. Mit seinem Unibody-Gehäuse wirkt das Legend außerordentlich stabil und wertig. Es gibt einfach nichts, was knarzen, wackeln oder abfallen könnte - kein Akkudeckel, kein Slider, keine Klappen für Anschlüsse. Einen Sturz von der Tischkante dürfte das Gerät problemlos überstehen.
Problemlos Platz in engen Hosentaschen
Trotz Metallgehäuse ist das Legend mit 126 Gramm erstaunlich leicht. Mit 11,5 Millimetern Tiefe ist es außerdem etwas dünner als der Vorgänger Hero. Nicht nur das Material, auch das Design hat HTC im Vergleich zum Hero verbessert. Auf der Rückseite wurden die Kanten ordentlich angeschliffen, sodass das Gerät viel besser in der Hand liegt, als der Vorgänger. Das glatte und kompakte Smartphone findet auch in engen Hosentaschen noch problemlos Platz.
Schacht für Akku, SIM-Karte und microSD-Slot
Unten auf der Rückseite findet man einen kleinen Bereich mit Kunststoff. Mit einem kräftigen Druck lässt er sich abziehen und gibt einen Schacht frei, in dem Akku, SIM-Karte und microSD-Slot platziert wurden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber dem iPhone. Beim Apple-Handy kann man keine Speicherkarten einlegen und der Akku lässt sich auch nicht austauschen.
Mit optischen Sensor ausgestattet
Unter dem Touchscreen findet man keinen Trackball, sondern eine optische Maus, die RIM in ähnlicher Form auch bei seinen neuen Blackberrys einbaut. Sie ist viel besser als ein mechanischer Trackball, weil die Technik robuster ist. Außerdem kann man präziser und einfacher steuern, indem man nur leicht mit dem Finger über den Sensor streicht. Davon konnte sich areamobile auf dem Legend und auf dem Desire überzeugen, das ebenfalls mit einem optischen Sensor ausgestattet wurde.
Solide technische Daten
Vom Android-König Desire übernimmt das Legend auch die AMOLED-Display-Technik. Diese modernen Displays setzen sich langsam auf dem Handy-Markt durch. Der Unterschied zu herkömmlichen LCDs ist enorm - vor allem, wenn man beide Display-Typen nebeneinander legt. Das AMOLED brilliert mit einem tiefen Schwarz, leuchtenden Farben und hohen Betrachtungswinkeln, während ein LCD blass und ausgewaschen aussieht. Weniger beeindruckend sind die übrigen technischen Eckdaten des Legend-Displays: HVGA-Auflösung (320x480 Pixel) und 3,2 Zoll Diagonale - das kennt man schon vom Hero.
Butterweiche Benutzeroberfläche
Auch bei der übrigen Technik hat sich HTC stark am Vorgänger orientiert. Mit einem digitalen Kompass, A-GPS, Bluetooth 2.1, 3,5-Millimeter-Klinkenstecker und 5-Megapixel-Kamera ist auch das Hero ausgestattet. Neu hinzugekommen ist ein LED-Fotolicht für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Auch der Chipsatz wurde modernisiert (Qualcomm MSM7220) und die Taktrate des Hauptprozessors von 533 auf 600 Megahertz erhöht. Beim Arbeitsspeicher (RAM) hat HTC ebenfalls ein paar Megabyte draufgepackt: statt 288 kann das Legend auf 384 Megabyte zurückgreifen. Das reicht, um die Benutzeroberfläche butterweich und verzögerungsfrei darzustellen, wie areamobile beim Ausprobieren feststellen konnte.
Niedrigere Auflösung als das Desire
Der Akku erscheint mit 1300 mAh kräftig genug, um das Gerät etwa zwei Tage mit Strom zu versorgen - zumal das Display eine niedrigere Auflösung als das Desire hat und daher nicht so energiehungrig ist.
Überarbeiteter Browser
Auf dem Legend findet man die neueste Android-Version 2.1 installiert. Über dem Google-System liegt die Widget-basierte Oberfläche Sense, die feinste Grafik und mit einer intuitiven Bedienung kombiniert. Bestandteil von Sense ist auch ein überarbeiteter Browser. Auf dem Legend beherrscht er Multitouch, die Bedienung mit zwei Fingern und kann mit Flash-Inhalten umgehen. Beides fehlt auf Geräten mit nativen Android-System, wie etwa dem Google Nexus One.
Fazit
Die technische Ausstattung des Legend ist kaum mit dem HTC Desire vergleichbar, das ein hochauflösendes Display und einen mächtigen Gigahertz-Prozessor hat, der auf mehr als 500 Megabyte RAM zugreifen kann. Aber die beiden Geräte haben völlig unterschiedliche Zielgruppen. Das Desire ist ein Smartphone für Technikfans, die immer das schnellste Gerät mit dem größten Display haben müssen. Das Legend richtet sich dagegen an eine Käuferschicht, die ausgewogener denkt. Die meisten wollen gar nicht die beste Hardware - sondern solide Technik, die gut verpackt ist und einfach funktioniert. Sie sind mit dem Legend perfekt bedient. Man könnte es daher als den bisher stärksten iPhone-Konkurrenten bezeichnen. Es sieht genauso gut aus, ist billiger, hat die bessere Technik (abgesehen vom Prozessor) und ein Betriebssystem, das nicht so zugenagelt ist, wie das iPhone OS. Uns konnte das Gerät auf ganzer Linie überzeugen.