08.06.2010, 14:50 Uhr | t-online
Schadsoftware auf dem Handy breitet sich immer weiter aus. (Foto: imago/Montage)
Ein Handy-Trojaner beschert derzeit Smartphone-Nutzern auf der ganzen Welt überhöhte Telefonrechnungen. Betroffen sind vor allem Geräte mit dem Betriebssystem Windows Mobile. Bei der Verbreitung des Trojaners greifen Cyber-Kriminelle zu fiesen Tricks - und infizieren ausgerechnet besonders beliebte Spiele. Wir sagen, wie Sie sich schützen können.
Erstmals entdeckt wurde der Schädling bereits im April dieses Jahres. Damals versteckte er sich im 3D-Egoshooter "3D Anti-terrorist action". Mittlerweile haben die Hacker jedoch auch eine Kopie des sehr beliebten "PDA Poker Art" mit einem Dialer infiziert. Antiviren-Experten empfehlen daher dringend, die fraglichen Spiele nur von vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass der Trojaner auch in anderen Spielen oder Programmen eingeschleust wurde.
Ist der Trojaner beziehungsweise das infizierte Programm installiert, verhält sich der Schädling extrem hinterhältig: Er wählt bevorzugt nachts eine von sechs internationalen Nummern. Jede Verbindung, die so zustande kommt, schlägt mit mehreren Euro zu Buche. Cyberkriminelle schaffen es, immer mehr Handys und Smartphones mit Schadsoftware zu infizieren. Das berichtet John Hering, Gründer des Mobile-Security-Spezialisten Lookout, in einem Interview mit dem Nachrichtenportal "Cnet". Demnach waren bei Stichproben seines Unternehmens im Mai neun von hundert Smartphones mit unerwünschten Programmen infiziert. Im Dezember 2009 waren es durchschnittlich nur vier Geräte.
Auch Christian Funk, Virenanalyst bei Kaspersky Labs, geht von einem starken Anstieg von Schadprogrammen für Handys aus. "Am häufigsten sind derzeit aber SMS-Trojaner", so der Experte in einem Interview mit "Pressetext Austria". Diese belasten die Telefonrechnung des Nutzers durch Kurznachrichten an teure Mehrwertnummern. Doch auch erste Fälle von Phishing-Attacken auf soziale Netzwerke wurden beobachtet. Angesichts der immer größeren Verbreitung der Smartphones lohnt sich das Schreiben von Schadprogrammen immer mehr. Hinzu kommt, dass immer mehr Nutzer auch heikle Informationen - zum Beispiel zum Online-Banking - über ihr Handy abwickeln.
Wer eines der fraglichen Spiele installiert hat, sollte die Aktivitäten seines Handys gut im Auge behalten und das Gerät nachts lieber abschalten. Angesichts der immer größeren Bedrohung durch Schadprogramme sollten Smartphone-Nutzer zudem eine Antiviren-Schutzsoftware (von z. B. Kaspersky, F-Secure, McAfee oder Symantec) installieren und regelmäßig aktualisieren.
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Quelle: t-online.de , AFP
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