28.05.2010, 13:03 Uhr | Jens Höfling
Einer hübschen Frau oder einer bekannten Person zuzwinkern, das ist noch normal. Wer aber seinem eigenen Handy zublinzelt, wird entweder für verrückt erklärt, oder er bedient ein so genanntes "Eyephone"-Handy. So haben US-Forscher ihre Technologie getauft, die die Handysteuerung mit Augenbewegungen zulässt, und zwar durch Blicke sowie durch Zwinkern. Wie sagen Ihnen, wie das funktioniert und wie sinnvoll eine derartige Technologie ist.
Damit der Nutzer das Handy mit den Augen steuern kann, muss das Gerät zunächst angepasst werden. So wird der Nutzer aufgefordert, seine Augen auf neun verschiedene Stellen auf dem Bildschirm des Nokia-Handys zu richten, ähnlich wie beim Kalibrieren eines Touchscreens. Aus verschiedenen Entfernungen sowie unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen fotografiert die Kamera des Handys mehrere Male die Augenpositionen. Über die Augenbewegungen kann der Nutzer jetzt eines der neun Felder, die mit diversen Funktionen belegt sind, anvisieren: etwa ein Gespräch annehmen oder beenden, im Web surfen, eine E-Mail oder SMS schreiben. Sobald man jetzt das rechte Auge schließt, wird das Feld angeklickt. Soweit die Theorie.
Leider ist die Handy-Technologie der Forscher am US-amerikanischen Dartmouth College bislang alles andere als ausgereift und praxistauglich. Bei Tageslicht und in ruhiger Position des Handys werden gerade mal 76 Prozent der anvisierten Befehle auch richtig umgesetzt, berichten die Forscher. Noch schlechter sieht es aus, sobald der Nutzer mit dem Handy in Bewegung ist: So sind insgesamt 40 Prozent der "gezwinkerten" Kommandos falsch. Robert Jacob, Professor für Informatik an der Tufts University, der ebenfalls an neuen Bedienformen forscht, sieht bei der Größe des Handy-Displays das Hauptproblem: "Zwar ist Eyetracking eine clevere Lösung, doch ist die Erfassung der Blickrichtung schwierig." So bewege sich das Auge beim Blick auf ein so kleines Display kaum. Die Forscher stehen also noch vor großen Hürden bis das "Eyephone" Marktreife erlangt.
Selbst wenn "Eyephone" auf den Markt kommen sollte, stellt sich die Frage, ob Handynutzer wirklich eine Software brauchen, die Befehle an den Augen ablesen kann. Sicherlich könnte das System Personen mit körperlichen Behinderungen den Umgang mit dem Handy erleichtern. Doch im Allgemeinen ist die direkte Anwahl über das Touchscreen die schnellste Bedienmöglichkeit - mal ganz davon abgesehen, dass das "Rumzwinkern" doch eher unfreiwillig komisch wirken dürfte. Um die Funktion "Eyephone" nutzen zu können, muss man ohnehin zuerst sein Smartphone mit der Hand hervorholen. In der Zeit, in der der Nutzer dann die "Eyephone"-Funktion aktiviert, den Blick auf eines der Auswahl-Felder fokussiert und schließlich das rechtes Auge - um zum Beispiel ein Telefonat zu führen - geschlossen hat, hätte er schon x-Mal die Kurzwahlfunktion auf seinem Touchscreen drücken können. Und selbst die Forscher geben zu, dass sich die Technologie eigentlich besser als Sicherheitssystem beim Autofahren eignet - um beispielsweise das Einschlafen des Fahrers zu erkennen. Ein innovatives Bediensystem für Handys sieht aber definitiv anders aus. In unserer Foto-Show finden Sie weitere Technologien der nächsten Handy-Generation.
Quelle: t-online.de
Max schrieb:
am 3. Juni 2010 um 15:24:03
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zwinker zwinker müde...
An unserer Hochschule haben wir so einen Eyetracker im Versuch. Wenn man den mit zwinkern bedienen möchte macht
man das genau 2 minuten. erstens strengt das total an und man blinzelt ja auch mal reflexartig. Das läuft so nicht ;) Eyetracking macht nur bei passiver überwachung wie beim Autofahren sinn oder aber wenn man keine Arme frei hat bzw. leider Körperlich behindert ist, dass man nur mit den Augen etwas steuern könnte.
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