05.03.2012, 16:21 Uhr | Damian Robota / Andreas Lerg
Handys lassen sich überall schnell und einfach lokalisieren. Die Handy-Ortung kann sehr nützlich sein, um im Notfall Leben zu retten oder ein verlorenes Handy ausfindig zu machen. Doch der Dienst wird ebenfalls missbraucht und ohne das Wissen vieler Nutzer eingesetzt. Wir klären auf, wie die Handy-Ortung funktioniert und was bei der Lokalisierung möglich und erlaubt ist. Zehn Fakten zum Thema Handy-Ortung.
Handys und Smartphones verraten eine Menge über ihre Besitzer. Im Gegensatz zu einem Computer kann ein Handy anhand der Telefon- oder Seriennummer gezielt einem Nutzer zugeordnet werden. Auch das Auslesen des aktuellen Aufenthaltsortes ist möglich – natürlich nur bei eingeschaltetem Telefon. Das Handy muss dazu nicht einmal GPS unterstützen, wie es etwa bei Navigationssystemen eingesetzt wird.
Die Standortbestimmung über das Handy-Netz funktioniert nur im Zusammenspiel mit dem Netzbetreiber. Die Grundlage bieten Mobilfunkzellen. Damit sind einzelne Bereiche gemeint, die ein Sendemast abdeckt. Das Handy kommuniziert immer automatisch mit dem nächstgelegenen Sendemast.
Handys enthalten in der Zwischenzeit viele wichtige Daten. Bei einem Diebstahl gibt es jetzt Möglichkeiten, Daten zu schützen und das Gerät wieder zu finden. zum Video
Der Mobilfunkanbieter kann so genau feststellen, welche Handys gerade mit welchem Sendemast verbunden sind. Auch ein Wechsel von einem zum nächsten Sendemast wird registriert. Über die festen Koordinaten eines Sendemastes und dessen Funkreichweite lässt sich die ungefähre Position eines Handys bestimmen. Dabei gilt: Je dichter die Masten nebeneinander stehen, desto genauer ist die Ortung.
Neben der Funkzellenortung gibt es eine genauere satellitenbasierte Positionsbestimmung über GPS (Global Positioning System). Die GPS-Funktion steht bei vielen Smartphones zur Verfügung und ermöglicht eine ganze Reihe praktischer Anwendungen. Über GPS werden Handys nicht über einen fest installierten Sendemast geortet, sondern über Satelliten gefunden. Ist der Dienst auf dem Handy deaktiviert, oder der zu Ortende in einem Gebäude und damit im Funkschatten der Satelliten, lässt sich die aktuelle Position nicht lokalisieren.
Viele Programme senden Daten an ihren Anbieter. Dabei werden auch GPS-Koordinaten des Handys übertragen. Besonders intensiv nutzen dies Apps für iPhone, Android und Co. Das Problem: Anhand des genauen Standortes könnten Datensammler einiges über den Nutzer herausfinden, etwa, ob er in einem Villenviertel oder in der Plattenbausiedlung lebt, auch, ob er zum Beispiel in Rotlichtbezirken verkehrt.
Die drei größten Anbieter von Smartphone-Betriebssystemen – Apple, Google und Microsoft – gestehen sich in den Nutzungsbedingungen das Recht zu, bestimmte Daten wie den Standort zu erheben, zu nutzen und weiterzugeben. Google nutzt so beispielsweise die Positionsdaten von Android-Smartphone-Nutzern, um in Google Maps seinen Stauwarner mit aktuellen Verkehrsinformationen zu versorgen. Allerdings fragt Android beim Setup eines Telefons beim Nutzer nach, ob er der Standortübermittlung zustimmen will. Google spricht zwar von "anonymisierten Daten", weil keine Zuordnung zu Telefonnummer und Anschlussnehmer erfolgt. Trotzdem überträgt das Smartphone eine eindeutige Identifikationsnummer (ID). Somit lassen sich Positionsdaten zumindest einem bestimmten Telefon zuordnen.
Was die neuen "Super-Handys" können und worauf es beim Kauf ankommt. zum Video
Reise mit dem iPhone durch Deutschland: An den dicken Punkten hat sich der Nutzer besonders lange aufgehalten. (Quelle: dpa)Wer nicht will, dass sein Android-Smartphone Daten überträgt, kann im Einstellungsmenü unter Standort und Sicherheit (Android 2.2) die Standort-Bestimmung ausschalten. Dann funktionieren allerdings auch Anwendungen nicht mehr, die die Ortung voraussetzen, etwa Navigationssoftware. Eine ähnliche Funktion bieten auch Handys mit anderem Betriebssystem, auch das iPhone. Apple machte im Frühjahr 2011 Schlagzeilen, als der Konzern eingestehen musste, dass das iPhone Positionsdaten ungefragt dauerhaft speichert. Dabei seien aber niemals Daten an Apple übertragen worden, beteuerte Apple-Boss Steve Jobs damals. Der Hersteller schob dennoch ein Software-Update nach, seitdem werden die Daten maximal eine Woche gespeichert. Unter Einstellungen/Ortungsdienste lässt sich die Positionsbestimmung komplett oder für einzelne Apps ausschalten.
Dienste wie der Apple Freunde-Finder oder Google Latitude nutzen die Standorterfassung des Smartphones. (Quelle: t-online.de)Apple, Google und andere Anbieter wie Foursquare bieten Dienste an, die auf der Handy-Ortung aufbauen. Der Freunde-Finder von Apple beispielsweise zeigt den Standort von Freunden an, die auch ein iPhone haben. Der Nutzer muss die Freunde einladen und die müssen der Ortung zustimmen. Nur dann ist der Dienst nutzbar. Ähnlich funktioniert Google Latitude. Auf einer Karten zeigt die App an, ob Bekannte in der Nähe sind. Im Gegensatz zum Apple Freunde-Finder funktioniert diese App mit allen Smartphones und als Internetseite auch auf Notebooks. Bei Latitude kann der Nutzer auch an einem Ort "einchecken", also mitteilen, dass er sich im Moment dort länger aufhält. Das funktioniert auch bei dem Ortungsdienst Foursquare. Diese Tools ermöglichen den Nutzer, sich spontan zu verabreden, wenn sie feststellen, dass sie am gleichen Ort sind. Natürlich weiß auch der Anbieter des Dienstes, wo sich der Nutzer befindet. So kann diesem beispielsweise ortsbasierte Werbung eingeblendet werden.
In einer Statusmeldung postet Facebook normalerweise ungefragt den Standort. Das kann der Nutzer aber für abschalten. (Quelle: t-online.de)Immer wenn ein Facebook-Nutzer etwas an seiner Pinnwand postet, kann Facebook dabei auch den Standort des Nutzers dazu melden. Vor allem die Smartphone-Apps, die Facebook für iPhone und Android-Geräte anbietet tun das, ohne vorher zu fragen, denn die Standortfunktion ist als Voreinstellung aktiviert. Der Nutzer kann diese für jede Meldung einzeln abschalten. Oder aber er schaltet die Standortbestimmung über die Facebook-Internetseite grundsätzlich ganz aus. Erst dann fügt Facebook dauerhaft keinen Standortinformation zu einem Pinnwandeintrag hinzu.
Neben seriösen Diensten bewerben manche Software-Anbieter immer wieder sogenannte Partner Tracker. Die Software soll anzeigen, wo sich der eigene Partner gerade befindet und so vielleicht Fremdgeher entlarven. Ein genauer Blick auf das Kleingedruckte offenbart jedoch den Schwindel. Diese Programme dienen jedoch lediglich der Unterhaltung und können nicht tatsächlich den Standort eines Handys ausfindig machen.
Eine heimliche Ortung eines Handys ist strafbar und verstößt gegen Datenschutzrichtlinien. Um einem Missbrauch vorzubeugen, setzen deshalb alle legal im Internet verfügbaren Ortungs-Dienste auf eine Absicherung: Der zu Ortende muss zuvor dem Dienst zustimmen. In den meisten Fällen geschieht dies über das Senden einer SMS an den Netzbetreiber. Wer das Handy eines Ahnungslosen entwendet und ohne dessen Wissen die entsprechende Zustimmung sendet, macht sich strafbar. Auch das heimliche Installieren und Nutzen von Überwachungs-Software ist verboten.
Die Polizei darf in Verbindung mit dem Mobilfunkbetreiber jedes Handy auch ohne Zustimmung des Besitzers orten. In der Regel nutzen die Gesetzeshüter diesen Dienst nur, wenn der Handybesitzer in Verdacht steht, eine Straftat begangen zu haben. Hat man sein Handy verloren, oder wurde es gestohlen, kann man nicht einfach mit Hilfe der Polizei eine Handy-Ortung veranlassen. Einige Mobilfunkanbieter bieten jedoch nach einer Anmeldung mit der eigenen Handynummer die Möglichkeit, ein verloren gegangenes Gerät zu lokalisieren. Dieses muss zuvor registriert sein und der Besitzer muss bestätigen, dass er gefunden werden möchte.
Ratgeber - iPhone orten
Damian Robota / Andreas Lerg
Steff schrieb:
am 5. Februar 2012 um 15:00:30
(99)
(41)
Bärchen
schon mal was davon gehört das auch in Funklöchern nur Notrufe möglich sind.
Kommentar melden
lächerlich schrieb:
am 5. Februar 2012 um 14:29:30
(185)
(218)
warum?
sicher können die jeden orten, aber warum sollten die es tun? uns interessert doch keine alte sau. vor was habt ihr angst? meint ihr,
ihr steht in der stadt und es ortet euch jemand und die kommen dann euch zu holen. warum das denn? bleibt doch mal auf dem teppich. ihr seid doch uninteressant. ich verstehe das nicht. kann mir das einer erklären?
mehr
Kommentar melden
Gläserner Mensch schrieb:
am 5. Februar 2012 um 14:08:52
(483)
(16)
Datenschutz
Datenschutz gibt es schon lange nicht mehr, nur noch auf dem Papier. Was glaubt ihr in wievielen PC´s ihr schon gespeichert seid
? Einwohnermeldeamt, Landratsamt, Telekom, Otto-Neckermann-Quelle-Versand, Flensburger Verkehrssünderdatei, Handyverträge, Sozialamt, Arbeitsamt, Finanzamt, Reisebüro, Stromanbieter, Wasser-Kanal-Gas, Kabel-Deutschland, Sky, Arbeitgeber, Vereine-Clubs, Autoversicherung, das war nur ein Bruchteil !
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

6 Fl. 2010er Condesa Eylo Verdejo + Karaffe für nur 39,- € statt 72,30 €. von Hawesko
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Endlos ins deutsche Festnetz telefonieren. Volle Kostenkontrolle. von congstar.de
Modische Herrenanzüge von Daniel Hechter für Business und beson-
dere Anlässe. zum Special
Internet Explorer 9: Flotter Seiten- aufbau bei voller Sicherheit. mehr
Neues Oberklassen-Smartphone mit 4,7-Zoll-Display. zum Video