
27.05.2011, 13:23 Uhr | Andrej Sokolow, dpa
Telefonieren im Ausland wird günstiger (Foto: dpa)
Früher hat man sein Handy im Ausland lieber gleich in der Schublade gelassen, heute sind die Rechnungen mit den Preisgrenzen der EU-Kommission und neuen Datentarifen nicht mehr so hoch. Aufpassen sollten Verbraucher trotzdem.
Wer früher im Urlaub jenseits der deutschen Grenzen zum Handy griff, erlebte bei der nächsten Rechnung sehr oft eine böse Überraschung. Die Preise, die Mobilfunk-Anbieter für Telefonate in ausländischen Netzen verlangten, sogenanntes Roaming, konnten in manchen Ländern schon einen einzigen Anruf zu einem teuren Vergnügen machen. Ganz zu schweigen von mobiler Internetnutzung, bei der schon ein einzelnes Foto einen zweistelligen Euro-Betrag kosten konnte.
Inzwischen hat sich jedoch einiges verändert. Seit mehreren Jahren gibt die EU-Kommission den Mobilfunkern Obergrenzen vor - und drückt sie von Jahr zu Jahr nach unten. Für alle, die erst ab Juli in den Urlaub fahren, wird das Telefonieren am Strand oder in der Taverne etwas billiger. Wer zu Hause anruft, muss innerhalb Europas dann noch eine Roaming-Gebühr von maximal 35 Cent netto pro Minute bezahlen (knapp 42 Cent mit Mehrwertsteuer). Das sind immerhin rund 4 Cent weniger als vor einem Jahr.
Angerufene Urlauber werden ab Juli noch mit höchstens 11 Cent netto pro Minute zur Kasse gebeten (rund 13,09 Cent mit Steuer). Macht brutto einen Unterschied von fast 5 Cent im Vergleich zu früher. Dabei gibt es allerdings eine wichtige Besonderheit: Bei einkommenden Anrufen wird stets sekundengenau abgerechnet, bei abgehenden Telefonaten erst nach einer halben Minute. Die Preise für SMS-Roaming liegen seit zwei Jahren stabil bei 11 Cent netto (gut 13 Cent mit Steuern).
Die Kunden müssen allerdings aufpassen, dass sie im Ausland tatsächlich mit dem EU-Tarif telefonieren, warnt Rafaela Möhl vom Verbraucherportal Teltarif. Oft seien andere Optionen voreingestellt.
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Viel spannender ist allerdings - auch mit der immer stärkeren Verbreitung von Smartphones - die Entwicklung bei den Daten-Roaming-Tarifen. Hier hat sich besonders viel getan. Zwar können immer noch haushohe Roaming-Gebühren von 20 Euro pro Megabyte anfallen. Aber die Mobilfunk-Anbieter führten mit der EU-Kommission im Nacken einer nach dem anderen Tages- und Wochenpässe ein, mit denen Verbraucher die Kosten im Griff behalten können.
Bei Vodafone etwa bekommt man für 2 Euro mit dem "ReisePaket Data EuropaPlus" in 15 EU-Ländern einen Tagespass mit einem Inklusiv-Volumen von 25 Megabyte. Für 3 Euro mehr läuft der Zugang eine Woche mit 50 Megabyte Datenvolumen. In anderen europäischen Ländern sind die Zugänge etwas teurer: Ein Tagespass für 5 Euro gewährt nur 5 Megabyte Datenvolumen, der Wochenpass 25 MB für 10 Euro. Außerhalb Europas müssen die Kunden gleich 15 Euro für einen 5-MB-Tagespass berappen.
Die Deutsche Telekom bietet im "DayPass Europe S" für 1,95 Euro ein Daten-Volumen von 10 Megabyte, und in der "L"-Version 50 MB für 4,95 Euro. Allerdings müssen Verbraucher in jedem Fall darauf achten, dass sie tatsächlich mit einem Tagespass in Internet surfen - und nicht die normalen Roaming-Gebühren von mehreren Euro pro Megabyte bezahlen, betont Möhl.
Bei den Datenpässen von T-Mobile und Vodafone gibt es einen wichtigen Unterschied. Bei Vodafone bricht die Verbindung einfach ab, wenn die Zeit abgelaufen ist oder das Inklusiv-Volumen erreicht wurde. Bei der Telekom werden bei Überschreitung des vorgesehenen Volumens 4,9 Cent pro angefangenem 100-Kilobyte-Datenblock fällig. Die Höhe einer möglichen Daten-Roaming-Rechnung ist aber in jedem Fall begrenzt: Die EU-Kommission verpflichtet alle Anbieter, die Verbraucher bei Erreichen der Summe von knapp 60 Euro zu warnen und erst nach ausdrücklicher Bestätigung weiterzuverbinden.
Im kommenden Jahr werden die Preise weiter gedrückt. Pünktlich zur Sommer-Urlaubssaison 2012 soll laut Plan der EU-Kommission jeder abgehende Anruf pro Minute maximal 32 Cent (plus Mehrwertsteuer) kosten, ab 2014 nur noch 24 Cent. Eingehende Anrufe sollen in Zukunft maximal 10 Cent pro Minute kosten, ebenso wie versendete SMS-Nachrichten.
Zudem will die Kommission im kommenden Jahr die Daten-Roaming-Preise deckeln. Nach bisherigen Informationen soll die Nutzung von mobilem Internet im EU-Ausland von Sommer 2012 an maximal 90 Cent (plus Mehrwertsteuer) je Megabyte kosten. Bis 2014 sollen die Höchstpreise dann auf 50 Cent pro Megabyte gesenkt werden. Die bisherige Regulierung läuft zwar Ende 2012 aus. Die Kommission will sie aber bis 2016 verlängern.
Wem die aktuellen Roaming-Tarife zu hoch sind, der kann weiterhin versuchen, mit lokalen Prepaid-Anbietern eine günstigere Lösung zu finden. Dazu muss das Handy oder Smartphone allerdings in der Lage sein, Sim-Karten anderer Anbieter zu akzeptieren, was bei subventionierten Modellen mit Sim-Lock oder Net-Lock nicht der Fall ist.
Quelle: Spiegel Online
buecherwurm schrieb:
am 30. Mai 2011 um 10:28:59
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Kommission
Wann gibt es endlich so eine EU-Kommission auch für Energielieferanten, Tankstellen, Banken u.s.w.?!
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Peter schrieb:
am 27. Mai 2011 um 13:58:14
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Roaming wird in diesem Jahr billiger
Da hat sich in den letzten Jahren schon einiges getan in Richtung humane Preise, was die mobile
Telefonie und Datennutzung im Ausland angeht. Dies war schon längst überfällig wenn man sich ansieht wie billig Mobiltelefonieren und die Datennutzung in den letzten Jahren im Inland geworden ist. Allerdings wenn ich in den Urlaub aufbreche bleibt der BB zuhause nur das iPad2 fliegt mit. Zum Bücherlesen während des Flugs, zum e-Mailen am Kostenlosen Hotel eigenem Hotspot.
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