08.02.2011, 16:06 Uhr | Christian Fenselau
EU-Kommissar Antonio Tajani präsentiert das EU-Ladegerät für Handys (Quelle: dpa)
Endlich ist Schluss mit dem Ladekabel-Wirrwarr bei Handys. Am Dienstag ist das erste Modell eines genormten Ladegeräts symbolisch in Brüssel an EU-Kommissar Antonio Tajani überreicht worden. 14 Handy-Hersteller – darunter auch Apple – wollen ihre Geräte gemäß dem neuen Standard produzieren. Allerdings ist im aktuellen iPhone kein Anschluss zu finden, der zum Ladegerät passt. Will sich Apple mit einem Zusatz-Adapter eine weitere Einnahmequelle erschließen?
Mit der Überreichung des ersten Geräts endet eine fast zweijährige Hängepartie, denn bereits 2009 hatten sich die Hersteller mit der EU geeinigt. Bei der Entwicklung des Einheits-Ladegeräts mussten einige technische Hürden überwunden werden, denn Akkus, Ladespannungen, Kapazitäten und Anschlüsse der verschiedenen Handys waren sehr unterschiedlich. Die Hersteller mussten sich in diesen Punkten aneinander angleichen. Immerhin ist dieser Schritt bei Handys jetzt geschafft – die EU-Kommission hofft auf eine Signalwirkung, dass auch Navigationsgeräte, Digitalkameras und MP3-Player nachziehen und sich dem Standard anschließen. "Das ist eine kleine Revolution im Dienst der Bürger", sagte Tajani.
Das Universal-Ladegerät wird an eine Micro-USB-Buchse ans Handy angeschlossen und soll mit allen Modellen funktionieren, die sich mit einem Computer verbinden lassen. Das sind nicht nur Smartphones, sondern auch viele klassische Handymodelle, ausgeschlossen sind aber unter Umständen Einfachtelefone. Die Micro-USB-Buchse ist klein und flach und damit auch für die immer flacher werdenden Smartphones geeignet. Auch die Verbindung an den PC zwecks Datenabgleich ist damit möglich.
Das iPhone hat im Gegensatz zu fast allen modernen Handys keinen Micro-USB-Anschluss, sondern lediglich den bei Apple üblichen 30-poligen Anschluss für einen Flachstecker, über den das Gerät aufgeladen oder an den Computer angeschlossen wird. Doch es wäre denkbar, die fehlende USB-Buchse per Adapter zu realisieren. Wirklich einheitlich zeigen sich jedoch die anderen Handy-Hersteller auch noch nicht. So liefert unter anderem Marktführer Nokia auch für seine topaktuellen Spitzenmodelle Nokia N8 und Nokia E7 ein Netzteil mit Nokia-eigenem Stecker, anstatt ein USB-Ladekabel für die vorhandene USB-Buchse in den Karton zu legen. Auch sind bislang die USB-Anschlüsse von Handys verschiedener Hersteller nicht einheitlich und erfordern spezielle Stecker. Doch schon in den kommenden Wochen sollen die ersten Handys mit der einheitlichen Technik EU-weit auf den Markt kommen.
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Ein einheitliches Ladegerät bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: So kann es auf Reisen zu Hause bleiben, da der besuchte Bekannte ebenfalls ein passendes Kabel besitzen könnte. Auch in Hotels dürfte sich an der Rezeption ein Kabel auftreiben lassen – nicht nur in Deutschland, denn das Einheits-Ladegerät ist ein europaweiter Standard. Für jeden Haushalt wäre nur ein Universal-Ladekabel notwendig. Da ein vereinheitlichter Standard zu höheren Produktionszahlen führt, könnten auch die Herstellungskosten für das Ladegerät sinken.
Der neue Standard ist keine Vorschrift, sondern basiert auf einer freiwilligen Vereinbarung zwischen der EU und den 14 Herstellern, darunter Apple, Nokia, Motorola und Sony Ericsson. Ob es künftig Handy-Pakete mit und ohne Ladegerät gibt oder ob die Kabel grundsätzlich extra gekauft werden müssen, bleibt den Anbietern überlassen. Die EU rechnet damit, dass ein Universal-Ladegerät deutlich weniger Elektroschrott anfällt, denn heutzutage wird mit jedem entsorgten Handy auch das Ladegerät weggeworfen. Durch geschätzte 500 Millionen Mobiltelefone und einem Handywechsel alle zwei Jahre könnten mehr als 50.000 Tonnen Elektroschrott jährlich vermieden werden.
Christian Fenselau
wo-mo schrieb:
am 10. Februar 2011 um 23:27:10
(1)
(2)
Einheitliches Ladegerät bei Handys
ist wieder mal Schachsinn der EU, der nur dazu führen wird, dass den Handys (bei natürlich gleichem
oder höheren Preis) kein Ladegerät mehr beiliegt, da ja jeder bereits eines hat. Klasse, sowas nennt man Gewinnmaximierung der Hersteller. Für die Verbraucher wird ein Neukauf des Ladegerätes sicher billiger, jedoch erstmal muß ich eines extra kaufen. Naja, EU bleibt Kasperltheater und wird auch immer eines sein.
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Meier schrieb:
am 10. Februar 2011 um 10:18:09
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(0)
wird so nicht laufen
Absoluter Dummfug ... es mag ja sein, dass ein Alleinstehender beim Modellwechsel etwas einspart ... nur wenn mehrere
Personen im Haushalt ein Handy haben brauche ich auch mehrere Ladegeräte.
Außerdem brauchen die modernen Smartphones/Tablett Ladeströme mit 1,5-2 A mit dem Standard USB 500mA werden die nicht voll ...
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Elektro-Enthuisiast schrieb:
am 9. Februar 2011 um 18:18:37
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(0)
Micro USB für Tischladestationen ungeeignet
Der Micro USB Stecker ist zum halten der Mobiltelefone sowie Smartphones in Tischladestationen
eher ungeignet. Der Stecker und die Buchse sind viel zu Fipselig, dafür wurden sie auch nicht entwickelt. USB-Stecker und Buchsen sind eher für das Gewicht eines Kabels statt eines Telefons ausgelegt, so jedenfalls die aussage von einem Intel-Mitarbeiter.
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