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Mehr als nur mobiles Telefon

Erschienen am 23. Februar 2009
Foto: Archiv
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"Das Telefon bist jetzt Du", sagt auch der Soziologe David Hachen von der Universität Notre Dame in Indiana. "Handygespräche schmieden soziale Bande. Die Menschen reden mehr miteinander, weil sie es überall und immer tun können." US-Amerikaner beispielsweise unterhalten sich nach Informationen des Radiosenders nur im Schnitt sieben Stunden im Monat per Handy. In Restaurants, Theatern und Zugabteilen wird der ewig bimmelnde Kommunikations-Zwerg darum auch oft verflucht oder zum Schweigen verdammt. Je weiter seine Technik reift, umso mehr entwickeln sich auch Handybesitzer zu "Multitaskern": Sie werden zu Hobby-Fotografen, zu Dokumentarfilmern oder zu Mitarbeitern, die jederzeit erreichbar, kontrollierbar und abrufbar sind. "Handyfotokunst ist mittlerweile eine eigene Sparte geworden, die uns Konkurrenz macht", meint auch ein Fotograf aus Washington.

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Boom in den Entwicklungsländern


Foto: imago
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Jenseits der westlichen Welt hat das Mobiltelefon die Wirtschaft besonders beflügelt. 68 Prozent aller neuen Verträge werden in Entwicklungsländern abgeschlossen. Die London Business School errechnete, dass jedes Mal dort, wo zehn zusätzliche Mobiltelefone auf 100 Menschen kommen, sich das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent steigert. Jeder ist plötzlich in der Lage, seine Dienstleistung anzubieten, weil er erreichbar ist - ganz gleich ob in Manhattan oder in einem afrikanischen Slum. Ökonomen führen zahlreiche Kleinunternehmens-Gründungen auf das Handy zurück. In den Entwicklungsländern nutzen medizinische Organisationen das Mobiltelefon auch, um etwa Tuberkulose-Patienten an ihre Medikamente zu erinnern. Tabuthemen wie Sex und Aids können per SMS schriftlich "besprochen" werden.


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Braucht das Handy einen neuen Namen?


Foto: T-Labs
Foto: T-Labs
Spätestens wenn das Telefon zur mobilen Krankenschwester wird, trägt es seinen Namen zu Unrecht, meint Kommunikationsforscher Hachen: "Es ist Fernseher, Tageszeitung, Faxgerät, Fotoapparat, Kreditkarte und persönlicher Manager." Geht es nach dem Willen seines Erfinders, soll es bald noch mehr sein. Im Fernsehsender CNN warb Cooper für seinen Traum: "Das Telefon sollte irgendwann ein Teil des Menschen werden - vielleicht unter der Haut hinterm Ohr."


Erste Seite: Mit dem "Knochen" fing alles an


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Quelle: t-online.de
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