17.05.2010, 15:37 Uhr
Handy-Fotos auf den Computer kopieren, MP3s von der Festplatte aufs Handy schieben - dank Bluetooth heute kinderleicht. Der schnelle Funkstandard hat das lästige Hantieren mit Datenkabeln abgelöst. Tatsächlich ist mit Bluetooth jedoch auch ein reales Sicherheitsrisiko verbunden, denn selbst Gelegenheits-Hacker können sich via Bluetooth leicht unbemerkt Zugang zu Ihrem Handy verschaffen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Handy-Nutzer einige Vorkehrungen treffen - und zwar auch, wenn sie Bluetooth überhaupt nicht nutzen.In unserer Klick-Show "Tipps zum sicheren Umgang mit Bluetooth" erfahren Sie, was zu beachten ist.
Ganz gleich, ob es darum geht, Bilder zu verschicken, Daten zwischen Handy und PC zu synchronisieren oder das Mobiltelefon als Modem fürs Surfen mit Netbooks zu nutzen: Bluetooth ist als einfacher, weitverbreiteter und vielgenutzter Standard für die Datenübertragung beliebt. Allerdings macht die weite Verbreitung den Bluetooth-Standard auch für Hacker interessant. Ungebetene Gäste können durch das Übernehmen fremder Handys gehörigen Schaden anrichten, etwa peinliche SMS verschicken oder teure Hotlines anrufen. Viel Aufwand oder spezielles technisches Wissen braucht der Hacker jedenfalls nicht. Software-Tools zum Knacken von Bluetooth findet er schnell im Internet.
Beste Chancen haben Kriminelle beim so genannten "Pairing", wenn also zwei Geräte wie zum Beispiel. Handy und Notebook erstmalig miteinander via Bluetooth Verbindung aufnehmen. Der Grund: Bei dieser Geräte-Koppelung muss der Nutzer eine PIN eingeben, sie schaltet die Verbindung frei. Wird die PIN via Hacker-Tool abgefangen, kann der Eindringling sich Zugang zum Handy verschaffen und nach Belieben gespeicherte Daten, etwa Adressbuch oder SMS-Ordner, lesen und verändern ("BlueSnarfing"). Zum Teil recht hoher finanzieller Schaden kann dadurch entstehen, wenn vom gekaperten Handy aus kostenpflichtige Hotlines oder SMS-Dienste angerufen werden ("BlueBugging"). Ehe der Nutzer merkt, dass ein Fremder auf die Funktionen seines Mobiltelefons zugreift, ist es oft schon zu spät. Darüber hinaus kann die Verbindung verhältnismäßig leicht gestört werden ("BlueSmack"). Das ist nicht nur ärgerlich, denn wenn die Geräte daraufhin unter Eingabe der PIN erneut verbunden werden, können Hacker diese abfangen und sich so Zugang verschaffen.
Eine weitere Form der Angriffe zielt auf die Freisprecheinrichtung - etwa im Auto ("Car Whisperer"). Gerade ältere Geräte nutzen einen nicht veränderbaren Standardschlüssel zur Authentifizierung ("0000" oder "1234"). Angreifer können dadurch relativ leicht eine Verbindung herstellen und zum Beispiel Gespräche belauschen. Haken Sie daher gleich beim Kauf der Geräte nach, wie die Verbindung bei dem Gerät verschlüsselt wird. Auch Schadsoftware (Beispiel Symbian-Virus Lasco.A) verbreitet sich via Bluetooth.
Aus Sicherheitsgründen ganz auf Bluetooth zu verzichten ist unnötig, wenn Sie unsere Tipps aus der Klick-Show "Tipps zum sicheren Umgang mit Bluetooth" umsetzen.
Quelle: t-online.de
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