26.04.2012, 16:59 Uhr | Sascha Plischke/Yaw Awuku, t-online
Das beliebte Spiel Angry Birds gehört zu den größten Stromfressern unter den Gratis-Apps. (Quelle: t-online/imago)
Kostenlose Apps saugen Smartphone-Akkus sehr viel schneller leer als Kaufprogramme. Dies fand eine Studie der US-Universität Purdue im Bundesstaat Indiana heraus. Der Grund: Gratis-Apps unterscheiden sich von den Kaufversionen durch die eingeblendete Werbung – und die frisst bis zu 75 Prozent des Energiebedarfs.
Die Wissenschaftler verglichen den Stromverbrauch von sechs beliebten Apps, unter anderem das Spiel Angry Birds und die Facebook-App für Android und Windows Phone 7. Ergebnis: Die kostenpflichtigen Versionen der Apps verbrauchen sehr viel weniger Strom als die werbefinanzierten. Dabei zehren jedoch nicht die eingeblendeten Anzeigen direkt an der Akkuladung, sondern vielmehr das System dahinter. Die Werbe-Einblendungen sind oft nur wenige Kilobyte groß. Da sie aber über das Internet übertragen werden, baut das Werbemodul einer Gratis-App zunächst eine UMTS-Verbindung auf. Auch die Standortdaten werden per GPS abgefragt – und das geht auf den Akku.
Laut der Studie zählt ausgerechnet eine der beliebtesten Gratis-Apps, das Spiel Angry Birds, zu den schlimmsten Energiefressern: 65 bis 75 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Anwendung wird allein für die Werbe-Einblendungen verbraten. Sogar eine grafisch relativ schlicht gestaltete App wie das Schachspiel FreeChess verwendet nur 25 bis 35 Prozent des verbrauchten Stroms auf seinen eigentlichen Zweck. Den restlichen Strom schluckt das eingebaute Werbesystem.
Mit diesen einfachen Tricks können Sie Ihre Akku-Laufzeit spürbar verlängern. zum Video
Doch Werbefinanzierte Gratis-Apps sind nicht der einzige Grund, warum die Batterien moderner Mobiltelefone nicht mehr so lange wie die früherer Handys, egal wie viel mit ihnen telefoniert oder gespielt wird. Smartphones werden immer größer, schneller und leistungsfähiger. Die eingebauten Akkus scheinen damit aber nicht mithalten zu können. Immer früher geben sie den Geist auf und brauchen eine neue Ladung. Bestes Beispiel ist das iPhone 4S, dessen Akku-Schwäche Hersteller Apple den Zorn der Kunden eingetragen hat. Doch warum macht die Akku-Technik nicht die selben Fortschritte wie der Rest der Smartphone-Entwicklung? Und wie können verzweifelte Besitzer doch mehr Batterie-Leistung aus ihren Mobiltelefonen herausquetschen?
Vor allem die zahlreichen Datenverbindungen saugen an der Ladung eines Smartphone-Akkus: WLAN, UMTS, GPS und Bluetooth benötigen für jedes gesendete Datenpaket Strom. Aber auch die großen Displays moderner Telefone sind wahre Stromfresser, deren Brillanz und Helligkeit sehr viel Strom verbrauchen. Größter Stromfresser sind jedoch die Smartphone-Betriebssysteme. Frühere Mobiltelefone ließen sich tagelang betreiben, ohne an die Steckdose zu müssen. Einfacher Grund: Sie verbrauchten nur Strom, wenn sie für einen Anruf oder eine SMS mit dem Handy-Netz Kontakt aufnehmen mussten. Heutige Smartphones senden und empfangen hingegen pausenlos, auch wenn sie gerade nicht aktiv benutzt werden.
Denn egal ob iOS, Android oder Windows Phone 7 – um das Mobiltelefon wirklich smart zu machen erlauben sie sich und den installierten Apps regelmäßigen Kontakt mit dem Internet. Jede Abfrage von E-Mails, jedes Abrufen von Zugfahrplänen, Nachrichten oder Kartenmaterial kostet Energie, und fast jede App verlangt mittlerweile für ihre Funktion eine Online-Verbindung. Auch das Betriebssystem funkt ständig, auch wenn das Handy eigentlich nicht benutzt wird, zum Beispiel um auf den Servern des Herstellers nach Software-Updates zu suchen. Weil moderne Smartphones außerdem Multitasking beherrschen sollen und zahlreiche dieser ständig sendenden Apps gleichzeitig betrieben werden können, ist die Beanspruchung des Akkus gewaltig gestiegen.
Die Lösung erscheint einfach: Es müssen bessere Akkus her, die eine größere Ladung aufnehmen und diese über einen längeren Zeitraum speichern können. Immer wieder versprechen Unternehmen und unabhängige Forscher, das die Technologie für einen solchen Super-Akku schon so gut wie fertig sei. So stellte erst im November ein Forscher-Team der Northwestern University in Chicago eine Weiterentwicklung der bisher verbreiteten Lithium-Ionen-Technologie vor. Sie soll nicht nur eine bis zu zehnmal größere Ladung aufnehmen und damit bei gleichem Verbrauch deutlich länger Strom liefern können als bisherige Akkus – durch einen technischen Kniff soll sie auch ein Zehntel der bisherigen Zeit für das Aufladen benötigen. So ließe sich ein heutiges Smartphone in einer knappen Viertelstunde voll aufladen und könnte dann eine Woche lang unabhängig vom Stromnetz betrieben werden.
Das Problem: Diese und andere Technologien sind noch weit von der Marktreife entfernt. Die bisher verwendeten Akku-Technologien sind erprobt, funktionieren problemlos und sind vergleichsweise günstig herzustellen. Eine im Labor entwickelte Alternative muss von einem Prototypen in eine Form überführt werden, die in Smartphones passt – und das zu vergleichbaren Produktionskosten und bei gleicher Zuverlässigkeit wie die Vorgänger-Technologie. Das ist keine kleine Herausforderung, weshalb zum Beispiel die Forscher aus Chicago mit einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren rechnen, bevor der erste Akku mit ihrer Entdeckung in einem Smartphone im Laden steckt. Ob das Gerät dann preislich mit einem Telefon mit altem Akku konkurrieren kann oder wegen höherer Produktionskosten deutlich teurer sein wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Wer sich nicht bis dahin gedulden möchte, kann schon heute sein Smartphone zu mehr Sparsamkeit zwingen. Wer allein die Helligkeit des Bildschirms reduziert, verlängert die Akkulaufzeit ungemein. Dies lässt sich bei normalen Handys als auch bei Smartphones stufenweise regeln. Aber auch eine genaue Kontrolle der gerade laufenden Apps lohnt sich. Dafür gibt es mittlerweile eigene Task-Manager-Apps in den Download-Stores der großen Hersteller. Mit ihnen lässt sich genau verfolgen, welche Apps gerade laufen – nicht benötigte Programme kann der Besitzer dann direkt schließen lassen. Beim Neukauf eines Geräts sollten Sie auf die Kapazität des Akkus achten, sie wird in Milli-Amperestunden angegeben (mAh) und sollte möglichst hoch sein. Diese und weitere Tipps und Tricks finden Sie in unserer großen Foto-Show zum Thema.
Sascha Plischke/Yaw Awuku, t-online
Ben schrieb:
am 10. Mai 2012 um 09:17:53
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Ach Uwe...
Smartphones sind keine Telefone, sondern Taschencomputer mit Telefonfunktion. Manche werden's nie kapieren...
Und was die
Werbeapps angeht: Die Datenverbindung sollte man sowieso grundsätzlich abschalten, bei Android hilft AdFree, um Werbung abzuschalten. Alles kein Problem, wenn man sich mal fünf Minuten Zeit nimmt, um nachzudenken.
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die Oma schrieb:
am 9. Mai 2012 um 22:00:02
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komische App
Ich habe mir heute auf anraten meiner Tochter eine APP installiert. Da hat man Nummern zur Auswahl. Das beste ist aber, hinter
jeder Nummer ist ein anderer Mensch, mal eine Frau oder auch mal ein Mann.
Und dann redet man mit (!) dem "Smartphone" und der/die andere macht das auch. Das muss man sich mal vorstellen...
Wahnsinn... was die sich alles einfallen lassen.
In ein paar Jahren fliegen die bestimmt noch zum Mond! *kicher* allein die Vorstellung ist ja schon absurd, aber lustig!
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wilkay schrieb:
am 3. Mai 2012 um 09:51:55
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Akku
Das AKKU Problem haben alle Hersteller,doch der IPhon Akku ist wirklich schwach,nach einem Spaziergang ohne Nutzen 10% verbraucht,obwohl
alle Apps geschlossen sind.Das kann es nicht sein Firma Obstemblem!
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