30.06.2009, 10:17 Uhr
In China herrscht zurzeit ein Hype um sogenannte "Bandit Phones". (Foto: imago)Dass Plagiate vorwiegend in China gefertigt werden, ist längst kein Geheimnis mehr. Egal ob luxuriöse Klamotten, Uhren von Rolex, Schuhe von Nike oder mittlerweile sogar Autos namhafter deutscher Hersteller wie BMW - Chinesische Hersteller kopieren alles, womit sich Geld verdienen lässt. Ein regelrechter Hype herrscht in China derzeit um Plagiathandys, sogenannte "Bandit Phones", die bereits ein Viertel des chinesischen Handymarkts ausmachen. Während die meisten Chinesen Wert auf Markenprodukte legen, ist rund um die "Bandit Phones" eine regelrechte Subkultur entstanden. Immer mehr Chinesen ziehen sogar Plagiate den Originalen von Apple, Nokia oder Sony Ericsson vor.
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Ein "Bandit Phone"-Hersteller präsentiert ein Klapphandy, dass wie der Bär "Winnie the Pooh" aussieht. (Foto: Hersteller)
Der Vorteil von "Bandit Phones" liegt vor allem im Funktionsumfang. Die Hersteller kopieren erfolgreiche Produkte wie das iPhone oder Blackberry. Gleichzeitig statten sie die Handys mit nützlichen Funktionen aus, die die Geräte der Original-Hersteller nicht haben: Dazu gehören Akkus mit Stand-by-Zeiten von bis zu einem Monat, Dual-SIM-Karten-Leser, bis zu vier Lautsprecher oder Kameras in einem Gerät, Navigation über GPS, Radioempfänger, extra große Touchscreen-Displays, Handschrifterkennung oder einen Media-Player, der alle gängigen Formate abspielt. Außerdem haben „Bandit Phones“ oft Funktionen wie Barcode-Scanner oder TV-Tuner. Andere Handys können per Laser Falschgeld erkennen. Das Pendant zu Apples iPhone, das "HiPhone" aus China, kann zum Beispiel Anrufe per Handschütteln annehmen, was das Original nicht kann.
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Sieht aus wie ein Spielzeugauto, ist aber ein Handy. (Foto: Hersteller)
Die Geräte aus China sind im Vergleich zu den Markengeräten auch deutlich günstiger. Einerseits sind die Gerät so günstig, weil die Entwicklungskosten komplett wegfallen. Andererseits entstehen keine Kosten für teure Werbeaufwendungen. Angeblich machen die Herstellungskosten bei den Global Playern auf dem Handymarkt nur etwa 20 Prozent vom Verkaufspreis aus. "Bandit Phones", die in kleinen Fabriken im Hinterland von Hong Kong gebaut werden, können deshalb so günstig verkauft werden. So kostet ein "HiPhone" aus China umgerechnet 100 Euro. Das Original kostet mehr als das Vierfache. Zu diesem Preis nehmen Käufer dann wohl auch die mindere Qualität von "Bandit Phones" in Kauf.
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Neben dem günstigen Preis und dem Funktionsumfang liegt die Faszination der "Bandit Phones" auch im Design, das eine größere Bandbreite als das der Markenprodukte hat. Die chinesischen Hersteller stellen beispielsweise Handys her, die aussehen wie die Packung einer beliebten Zigarettenmarke. Wieder andere Handys ähneln Luxuskarossen von Porsche oder BMW im Miniformat. Besitzer solcher Handys weisen somit mehr oder minder diskret auf ihre bevorzugte Automarke hin. Auch vor Comicfiguren machen die Chinesen nicht halt. Ein "Bandit Phone"-Hersteller präsentiert ein Klapphandy, dass wie der Bär "Winnie the Pooh" aussieht. Wieder ein anderer verkauft Handys in Raketenform.
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Quelle: t-online.de
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